Beteiligungsmöglichkeiten an Schulen ausbauen!

ein Artikel von Paul Scheidler (Schülerpraktikant)

Die Schule ist ein Ort in dem Schüler*innen jeden Tag lernen und ihre Zeit verbringen. Da ist es natürlich klar, dass Schüler*innen auch mitbestimmen wollen wie ihre Schule aussehen soll, wofür Geld ausgegeben werden und welche Projekte es geben soll. Doch Kommunikation zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen gibt es leider zu wenig. Das Hauptmittel der Verständigung sind dabei Klassen- und Schülersprecher*innen, die beide von den Mitschüler*innen gewählt werden. Trotzdem haben diese wenig Einfluss und es kann ziemlich lange dauern, bis Ideen oder Beschwerden von Schüler*innen besprochen und umgesetzt werden können. Das ist wohl auch ein entscheidender Grund warum Schüler*innen diese Möglichkeit auch selten bis gar nicht nutzen. Auch fehlen Informationsmöglichkeiten wo und wie sich Schüler*innen beteiligen können.
So habe ich erst in meinem Praktikum erfahren, welche bezirklichen Strukturen und Gremien es gibt wie beispielsweise den Bezirksschüler*innenausschuss, wo sich Schülervertreter*innen aus allen Schulen Lichtenbergs treffen, um Probleme zu besprechen und Lösungen zu finden.

Ein ganz konkretes Beispiel wo uns Schüler*innen mehr Entscheidungsmöglichkeiten geboten werden können, ist bei der Auswahl der Angebote von Projekttagen. Hier sind sehr viele Schüler*innen oft unzufrieden. Eine Möglichkeit für mehr Beteiligung habe ich während des Praktikums im Jugendhilfeausschuss kennengelernt - die Barcamps. Barcamp ist ein offenes Beteiligungsformat in welchem Schüler*innen selbst Sessions in Form von Diskussionsrunden, Workshops etc. anbieten können. Sie können ohne Zwang selbst entscheiden, welche Themen sie anbieten oder eben auch ,welche Interessen es für welche Projekte gibt und wie die Projekte dann gestaltet werden können. Die Sessions werden dabei von den Schüler*innen selbst geleitet.

Auch der direkte Austausch zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen sollte sich verbessern. Das heißt, dass die Lehrer*innen mehr auf die Schüler*innen hören und ihnen auch mehr vertrauen sollten, denn oft haben Lehrer*innen auch wenig Vertrauen in Schüler*innen, weil sie denken, dass die Schüler*innen keine Lust haben, sich zu beteiligen. Meistens ist aber das Gegenteil der Fall. Natürlich gibt es immer Schüler*innen, die lustlos sind, aber viele haben Lust sich zu beteiligen, kriegen letztendlich aber wenige Chancen, werden nicht gehört und verlieren hier die Lust.
Eine andere Möglichkeit der Beteiligung ist die Schüler*innenkasse (oder auch Schüler*innenhaushalt genannt). Ein bestimmter Geldbetrag steht hier zur Verfügung über den die Schüler*innen selbst entscheiden können. Dies fänd ich für meine Schule auch besonders gut, denn so können wir lernen selbst Entscheidungen zu treffen und mit anderen auszuhandeln, wofür das Geld eingesetzt wird.
Ich wünsche mir von Lehrer*innen aber auch den Politiker*innen Unterstützung neue Ideen, wie wir uns aktiver in der Schule beteiligen können.